| Freie Tourenbiker RSC Drachen |
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Alpentour vom 13. bis 23. September 2008 |
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Samstag
Wecker geht um 4:30 (das ist nicht nur mitten in der Nacht, sondern eindeutig vor dem Aufstehen!!). Als ob das nicht reichen würde, es regnet!!!!Kann man sich einen schöneren Start in den Motorradurlaub vorstellen? Die Wetteraussichten sprechen von konstantem Wetter die nächsten Tage. Also nur Regen in Berchtesgarden. Frage mich wirklich, warum ich nicht einfach mit dem Auto fahre. Aber was wenn das Wetter doch besser wird? Es bleibt mir nach dem versprochenen Weckruf nichts weiter übrig, als mich in Regensachen zu propfen und loszufahren. Die Drachen sind alle pünktlich beim neuen Treffpunkt angekommen, in der Hoffnung man könnte „Schrammis Fluch“ damit vielleicht aus dem Weg gehen. Hat erst mal nicht geholfen, aber die Drachen sind erfinderisch . Petra trägt noch ein Drachengedicht vor und dann geht es los.
Es wurde zwar irgendwann heller aber nicht trockener, noch könnte man doch einfach umkehren...
Naja, keiner denkt ernsthaft drüber nach, oder spricht zumindest nicht drüber, also geht es weiter. Und dann.... in Höhe Würzburg ziehen die ersten ihre Regenkombis aus, oder versuchen es zumindest ( ). Wenn das mal nicht vorschnell war. Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt.
Es wird so langsam später und vor allem mit jedem Höhenmeter kälter! Ein Muss war noch der kurze Abstecher über den Obersalzberg um dann endlich, etwas erschöpft aber auch aufgekratzt, die Pension zu erreichen. Motorräder in die Garage, Gepäck abgeladen und ins Hotelzimmer... geschafft. Mal sehen was uns jetzt die nächsten 10 Tage erwartet.
Sonntag
Regen! Obwohl für heute eh der Besuch der Watzmann Therme angesagt war, musste es ja nicht unbedingt regnen. Die erste Drachendiskussion war fällig. Mit dem Moped, oder mit dem Bustaxi, das uns am Hotel abholt und auch wieder zurückbringt? Letztendlich sind sieben Drachen in das Taxi gestiegen, und haben den ersten Tag des Motorradurlaubs ohne Motorrad verbracht. Das sollte ja noch heiter werden! Die einen haben also entspannt, gesaunt und aus dem Solebecken heraus , den regnerischen Himmel betrachtet, andere mussten feststellen, das Berchtesgarden telefontechnisch im Ausland liegt, und das Handy sich hartnäckig weigert, hier auf Empfang zu gehen. So kam es das am Abend dann Entspannung auf Anspannung traf, und erstmal wieder auf gleiche Spannung gebracht werden musste. Aber wir wären keine Drachen wenn wir nicht mit Feuer umgehen könnten. ( )
Montag
Regen! Beim gestrigen Abendessen wurde der Besuch eines Internetcafés beschlossen. Zum Einen damit Jo sich um ein Visier mit besserem Durchblick kümmern konnte (die Beschichtung hatte sich genau in der Mitte in eine Whirlpool-Ansicht verändert), zum Anderen um das Internet zu befragen, wie denn wohl das Wetter in Fusch (unserer zweiten Station) werden sollte. Nun ja, wenn die Drachen so frei denkend im Internet surfen, ist die Richtung nicht immer gleich. Aber der Reihe nach: Fusch verkündete SCH...Wetter. Regen, Schneeregen, Großglockner wegen Schnee gesperrt.. Perfekte Gründe dort nicht hinzu wollen. Aber was wäre die Alternative? Hotel absagen? Woanders hin? Wenn ja, wohin? Jo hat dann mal mit dem Hotelier telefoniert, und ist nicht wirklich auf Begeisterung getroffen, das wir wegen eines technisches Defektes nicht anreisen könnten. Er wollte die österreichischen Stornobedingungen prüfen, und uns per Mail die Kosten mitteilen. OK, entschieden das nehmen wir in Kauf, da Motorrad fahren dort eh nicht möglich sein würde. Was nun? Es wurden die Wetterbedingen an verschiedenen Gegenden Geprüft: Gardasee, Bodensee, Allgäu, Schwarzwald.... Naja, wenn es draußen eh regnet kommt man schon mal auf die seltsamsten Ideen. Die Erkenntniss war: Es ist überall schon, nur nicht wo wir zur Zeit sind, und nicht wo wir hin wollen. So langsam glauben wir wirklich ans „Schrammis Fluch“. Nur weil er nicht dabei ist ( ). Nach zwei Stunden haben wir ohne Entscheidung, oder besser gesagt ohne richtige Entscheidung das Internetcafé verlassen und sind nach Salzburg gefahren.
Im Fußballstadion hat Jo dann ein neues Visier gekauft, nein wir waren nicht bei den Rugby-Spielern, sondern bei Hein G., der im Station den Laden untergebracht hat. So, Jo kann wieder sehen, so das wir uns dann Salzburg anschauen wollten. Hierbei hatte er den Helm aber gar nicht auf, obwohl es natürlich immer noch geregnet hat. Ist ja auch egal. Im Regen ist halt keine Stadt wirklich schön.
Beim Abendessen haben wir dann über unsere weiteren Reisepläne nachgedacht. Die Idee war schon mal einen Tag eher aus Berchtesgarden abzureisen, das war noch einfach und relativ schnell beschlossen. Aber wohin? Die Diskussion vom morgen ging jetzt weiter. In die engere Auswahl kamen zwei Seen, der Bodensee und der Gardasee. Soweit so gut, aber der eine oder andere wollte seine Meinung mit Hilfe eines Obstlers finden. Diese Art der Meinungsfindung hat aber so manchen zur Verzweiflung gebracht denn das „Obstler Orakel“ hat auch nach jeder Rauchpause und jedem Obstler wieder eine neue Idee hervorgebracht. Nicht immer ernst gemeint (vielleicht doch Nordsee?) , aber den meisten hat es Spaß gemacht. Ich glaube wir hatten uns am Schluss auf den Gardasee geeinigt mit dem Kompromiss, eventuell 2 Tage für die Rückfahrt einzuplanen. Mit absoluter Sicherheit würden wir NIEMANDEM sagen wo wir hinfahren, damit uns „Schrammis Fluch“ nicht einholen könnte. 
Dienstag
So und wo geht es jetzt hin? Jo, als neu nominierter Tourguide meinte nur lapidar: In mein Navi habe ich den Gardasee eingespeichert. Dann war das also schon mal klar. Auf in den Süden! Der Start: natürlich im Regen und bei 4,5 Grad. Wie auch sonst! Aber schon vor dem Brenner kam die Sonne raus, und ließ die Laune und Emotionen merklich steigen. Für mich als weder Tunnel erprobte noch begeisterte stellte sich die Frage: „wie lang ist eigentlich der Brenner? Die ausgewiesen konkrete wie hilfreiche Antwort hierzu lautete: lang!! Ach ja?!?!?!?
Mit jedem Kilometer hinter dem Brenner wurde es wärmer, als das Thermometer die 20 Grad Marke überstiegt, konnten wir es selber kaum glauben. Sollten wir dem Fluch entrinnen können?
OK, wir hatten ja jetzt noch keine Unterkunft, also sollten wir uns nicht zu viel Zeit lassen. Erste Station war dann so gegen 18 Uhr die Touri-Info von Malcesine. Nur drei Zimmer in einem 2* Sterne Hotel mit Klo auf dem Gang wurde einstimmig abgelehnt. Es war ja noch früh, also bloß keine Hektik! Im nächsten Ort einfach noch mal anhalten und fragen. Und manchmal hat man einfach Glück. Die Dame erkannte, das Motorradfahrer wohl gerne eine Garage hätten und bot uns ein 1* Hotel an. Auf die Frage ob es denn wenigstens Toiletten auf dem Zimmer geben wurde, hat sie mit einem „selbstverständlich“ geantwortet. Ein Blick auf den Hotelprospekt, ein kurzer Preischeck und: gebucht. So schön hätten wir es uns wohl nicht träumen lassen. Super Garage ausreichend für alle Mopeds und klasse Zimmer, mit Blick auf den See und die Berge. Was will man mehr?? Der Urlaub kann weitergehen.
Mittwoch
Dank Laptop, Routenplaner und Einsatz von beidem durch Jo sind wir eine geile Strecke für Leute ohne Höhenangst gefahren, zweimal setzte bei mir leichte Panik ein, aber ... die Straße ist so breit wie ein Auto, es geht ohne Randbefestigung oder „schützende“Bäume oder Sträucher auch nur einige 100 Meter den Hang runter, was soll da schon passieren ? Es muss ja weitergehen, und das Tat es ja schließlich auch. So ein bisschen Adrenalin hilft und die Erkenntnis, guck gefälligst da hin, wo Du hin willst und NICHT auf die schöne Gegend oder den Abhang !!!! Zum Mittagessen wurde dann ein Supermarkt gestürmt und mit vielen italienischen Köstlichkeiten in schönster, ruhiger Gegend ein opulentes Picknick gemacht, die Einkäufe reichten mal wieder für Drachenhorden. Beim Abendessen tauchte die Frage für die Tour vom nächsten Tag auf.
Wenn Du denkst, Du denkst, dann denkst Du nur Du denkst, das das alles immer einfach ist .......Wir versuchten eine Entscheidung zwischen um den See oder in die wieder Berge, Natur pur oder auch Kultur....Ob wir erfolgreich waren? ?? 
Donnerstag
Also bei wieder sehr sonnigem Wetter sind wir um den See und auf dem See unterwegs gewesen. Es gibt ja nun wirklich einige richtig schöne, alte Fischerorte dort, die aber für meinen Geschmack zu sehr auf den Tourismus getrimmt sind. Echtes Leben ist das nicht, man sieht nur das Tourismus-Gesicht der Stadt. Ich vermute das sich das im Winter vielleicht etwas ändert, das man dann vielleicht auch mal Einheimische sieht. Das war im „unserem“ Ort schon etwas anders. Alleine die „Mama“ bei da PIPO war ein Original und bei der Anzahl der Einheimischen Gäste immer ein Garant für gutes Essen. Aber ich sollte bei der richtigen Reihenfolge bleiben.
Die erste Hälfte um den See war ja noch richtig klasse, schöne Orte, nette Bootsfahrer, was will man mehr. Aber die zweite, also quasi die Rückfahrt war nun nichts für Leute, die was gegen Tunnel haben... der Brenner war noch der kürzeste bis dahin. Es hörte ja gar nicht mehr auf. Tunnel mit Licht, ohne Licht, mit Seitenbeleuchtung und ohne, mal 10 Meter mal 2100, aber immer wieder Tunnel. Dabei kann man ja kirre im Kopf werden.
Aber eine leckere Portion Spaghetti Alio e olio e pereroncino kann einen auch so etwas vergessen lassen.
Freitag
So für heute war dann mal so richtig Kultur angesagt. Es ging erst wunderschön, wieder von Jo geführt, durch die Berge und dann unter Überprüfung, ob es auch genug Industrie in der Gegend gibt (ja, sehr viel Marmor ) direkt nach Verona. Alte italienische Städte haben nicht nur alte, kaputte Gebäude (Kolosseum), erhöhte Preise bei Eis und allem was Touristen mögen, sondern auch eine ganz besondere Art der Sicherung von kaputten Gasleitungen. (Hier reicht es ganz viele Polizisten um die Gasaustrittstelle zu verteilen, den Verkehr drumherum kann man eh nicht abstellen ) . Beim Verlassen von Verona, hat uns dann der abendliche Feierabendverkehr erwischt. OK , zuerst haben wir es mit korrekten deutschen Fahrverhalten probiert, ich glaube dann würden wir heute noch da stehen. Also hieß es tief Luft holen und dann italienische Fahrweise geübt....
Wir haben es alle überlebt, das ist das Einzige was zählt. Oder??
Samstag
Schade das wir heute vom Gardasee Abschied nehmen müssen, da das Wetter immer noch schön ist, aber die Aussichten für Gerlos lauten: wir kommen trocken hin, haben 10-12 Grad zu erwarten, und so wie es aussieht auch zwei trockene Tage zum fahren (sucht Schrammi uns noch?). Also wieder über den Brenner nach Gerlos. Das Wetter bleibt auch schön, es wird nur wieder mit jedem Meter Höhe auch wieder kälter. Gerlos erreicht und im ersten Hotel, mal gefragt, wo denn unser Hotel sei? „Da wo der SPAR unten drin ist“ Naja, man kann ja nicht immer Glück haben, oder?
Doch man kann!! Die Drachen haben wieder klasse Hotel erwischt, mit allem Komfort den man braucht und sich so richtig wohl zu fühlen.
Sonntag
Heute haben dann sieben Drachen den ersten Versuch über den Gerlospass gestartet. Nein, ich hatte kein Problem mit der Höhenangst, bei dem Nebel hätte ich eh nichts gesehen, aber Nebel, 0,5 Grad und einsetzender Schneefall haben mich dann doch zum Überlegen, und alle zum Umdrehen gebracht. Also haben wir uns gedacht wir könnten ja mal eben eben den Altersdurchschnitt in Mayrhofen etwas senken, und anschließend wollte ein Teil wieder etwas für unser Kulturbedürfnis tun, ein andere Drache im Erinnerungen schwelgen.. Wir haben dann die wunderschöne Burg Tratzberg besichtigt, die wie der Name schon sagt, auf einem Berg liegt, und auch unsere Streitrösser konnten den Aufstieg leider nicht komplett erledigen. Zwei Drachen haben den Aufstieg dann tapfer zu Fuß erledigt, der Rest hat sich standesgemäß fahren lassen. Da zwei Damen die Strecke ja nun nicht allein durch den unbekannten Wald fahren konnten, hat sich ein Drache als Aufpasser erbarmt und sich zu uns gesellt. Die Burg ist wirklich schön erhalten und sehenswert.
Da zwei Drachen sich heute eine Auszeit vom Motorrad fahren nahmen, hatte ich mir für den nächsten Tag auch das Ausnutzen der Wellnessanlage im Hotel vorgenommen, Schwimmen , saunieren, ausruhen....
Aber oft kommt es anders als man denkt.
Montag
Augen auf... und strahlender Sonnenschein trifft mein Auge, endlich kann man alle Gipfel sehen, auf denen oben Schnee liegt. Wunderschöne Aussicht. Wellness? Muss warten. Bei dem Wetter muss man einfach fahren. Und es hat sich ausgezahlt, der Pass heute völlig in der Sonne, schöne Kurven, klasse Kehren einfach nur genial und angenehme Temperaturen, die aber auch heute nicht jedem ausreichend erschienen. Ein kurzer Stopp bei dem Krimmler Wasserfällen und sich Ionen mäßig aufzutanken, und dann gemütlich weiterfahren.
Heute hat jeder ein anderes Fahrbedürfnis, mal wurde es eine große Tour , mal etwas weniger und mal etwas schneller den Pass rauf und wieder runter, rauf und wieder runter, rauf.....
Ein Teil der Drachen könnte sich dann doch noch etwas Wellness. Und da man für eine verlorene Wette auch einstehen muss, haben wir die einmalige Chance genutzt in „Blubber-Wasser“ zu sitzen und gleichzeitig „Prickel-Wasser“ zu trinken. Was kostet die Welt .
Heute noch mal ein gemütliches Vesper im Hotel und dann geht es ans Kofferpacken. Der Abschied fällt auch nicht schwer, da es den ganzen Abend und die Nacht regelrecht geschüttet hat. Tolle Aussichten auf die Rückfahrt. Nicht das wir dabei sofort an Schrammi dachten, aber....
Dienstag
OK, heute morgen ist es trocken und das Gepäck kann problemlos verstaut werden, ein letzter Blick auf die Berge und die Rückfahrt beginnt,. Unser Wetterorakel Alex hat uns bis Nürnberg trockene Fahrt prophezeit und dann nur noch regen. Ich finde nicht, das wir noch einen weiteren Wettergott brauchen ( ) Aber er hatte Recht behalten. Irgendwann nach Nürnberg fing es an zu regnen, und die richtige Zeit sich in die Regenkombis anzuziehen, war irgendwie vorbei. Naja, es ist ja die Rückfahrt.
Es wurde dunkel und immer nasser, so das die Sicht schlechter, das gefühlte Tempo dafür aber immer höher wurde. Ich weiß jetzt was es heißt, wenn das Motto lautet: Augen zu und durch!. Weniger hätte ich dann auch nicht gesehen.
Aber nichtsdestotrotz sind alle Drachen wieder wohlbehalten in ihren Höhlen angekommen, und haben 10 wirklich interessante Tage hinter sich gebracht.
Ich freue mich schon jetzt auf die nächste Tour mit den Drachen 
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